Noch ein paar Bilder aus dem Flughafen

Wir hatten viel Zeit und haben es uns gemütlich gemacht. Binal und ich hatten bequeme Kleidung mit und haben die auf dem Klo angezogen.

Der check-in war nicht gerade ein Erfolg, unsere 5 Gepäckstücke müssen sich nicht automatisch einliefern, sondern der Clerk musste es manuell machen. Aber wir haben uns nett unterhalten mit einem alten Pakistaner unterhalten, der dort seit 8 Jahren arbeitet.

Die Menge der verschiedensten Leute, Charaktere, Individuen ist ja auch immer wieder unterhaltsam zu beobachten. Leider bin ich dann konditionell schon sehr eingebrochen, d.h. ohne Mittagsschlaf bin ich ab 18 Uhr zunehmend echt erschöpft. Und jetzt fehlt mir das berühmte Nackenkissen für den Flugschlaf. How bad. I forgot to bring one beforehand and refused to pay 32 Euro for it at the airport.

Die Ausreisekontrolle dauerte für uns Deutsche nur 2 Minuten, die Ausländer mussten ewig warten. Matthias nutzte die Zeit für ein kurzes Training.

Jetzt, um 20.15 Uhr, sitzen wir am Gate in der Wartezone, die Crew (in Saris) ist bereits an Bord gegangen.

Sitzplätze im Flugzeug haben wir uns vorher online reserviert, das bringt uns gute Plätze nebeneinander. Ehrlich gesagt wird mir das wenig nützen, ich kann vor Erschöpfung einfach nicht mehr krauchen.

Hier die letzten Bilder von deutschem Boden.

Der Herr in der weißen Jogginghose…oh mei.

Wir warten aufs boarding

So, heute morgen pünktlich aufgewacht und das Packen zu Ende gebracht. Schlüssel an die Hausnachbarn übergeben, den letzten Kaffee getrunken, dann hat Matthias unsere 5 Koffer á durchschnittlich 20 kg nach unten getragen.

Von Mandy sind wir dann nach Leipzig zum Bahnhof gebracht worden, und das, obwohl sie einst heute selbst noch eine Reise machen wollte.

Stimmung nach Abreise im Auto: happy go lucky

Es war nicht wirklich leicht, die Rollkoffer und Rucksäcke im Bahnhof zu manövrieren. Auf dem Bahnsteig haben wir dann Abhi Patel und seine Tante Drusha getroffen, die mit uns dieselbe Reiseroute haben.

Bahnhof erfolgreich geentert

Der ICE nach Frankfurt war doch für gefüllt, hat uns aber nimmt gestört, wir fanden auch ohne Reservierung Sitzplätze. Allerdings sind aneinander gepresste Menschenmassen nicht gerade angenehm. Aber wir haben uns damit arrangiert. Die Reisezeit verlängerte sich um 20 min, aber das störte und nicht, wir hatten 6 Stunden Zeitpuffer.

Binal telefoniert mit dem baldigen Gastgeber, Kirit

Letzte Vorbereitungen

Drei Tage vorher (oder mehr?) haben wir angefangen zu packen. Wir beide (Binal natürlich vor allem!) haben ganze 5 Koffer gefüllt.

Die indischen Verwandten sollen auch wirklich reichhaltig beschenkt werden. 🙂

Matthias dagegen erklärte, mit einem einzigen Rucksack auszukommen, wo er etwas Wechselwäsche und die Drohne eingepackt hat.

Matthias checkt die Fahrpläne

Wir haben versucht, das Online-Boarding von Air India zu nutzen, haben alles ausgefüllt, haben unsere Wahlplätze bezahlt – und am Ende, ganz am Ende hieß es „Failure to process the request“

Wer weiß, wo der Fehler lag.

Unser Reiseveranstalter „Bollywood Travels“ kommuniziert per WhatsApp, auch erst einmal gewöhnungsbedürftig.

Wie wollten gerne der Familie ein schönes Fotoalbum der Hochzeit präsentieren – leider habe ich erst am Donnerstag Abend damit angefangen und bis 23 Uhr geklebt.

Am Freitag morgen lief dann nicht mehr viel.

Zum Schluss habe ich noch ein Hochzeitsalbum komplettiert

Wir haben auch etwas illegale Ware eingepackt (Alkohol), das haben wir gut in den Klamotten versteckt. Diverse Formulare für die Visa, zur Bestätigung unserer Gesundheit, auch die Bahntickets haben wir noch ausgefüllt und ausgedruckt.

Am Freitag um neun Uhr werden wir dann abgeholt und von der Schwägerin nach Leipzig zum Hauptbahnhof gefahren.

Auftakt zur Reise nach Indien

Seit Binal in Oktober 2016 ihre Heimatstadt Ahmedabad verlassen hat, war sie nicht mehr in Indien. Alle Familienereignisse hat sie verpasst, und alle Verwandten nur im Videocall gesehen.

Es war dann erst ab Juli 2026 durch die Ausstellung eines Aufenthaltstitels möglich, eine Reise nach Indien überhaupt ins Auge zu fassen.

Und nun, in wirklich kürzester Frist, hat Binal unsere Reise geplant und Flüge gebucht.

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Wo und wie Tagebuch schreiben?

Bisher nutzte ich Evernote für das Aufzeichnen von Erinnerungen, Reflektionen, Skizzen, Bildern etc. Ein gut designtes Tool mit vielen Optionen zum Strukturieren und teilen.
Doch jetzt: alles wird kostenpflichtig! Mehrere Geräte, mehrere Notizbücher, mehr als 50 Notizen – faktisch der Zwang zum Abo, welches satte 99 Euro pro Jahr kosten soll. (Für das erste Jahr wurde bisher ein Rabatt von 60% angeboten, aber was nutzt das?)

Das wird wohl nix mehr werden, ich bin da nicht betucht genug. Habe eine neue App entdeckt, die fast alles von Evernote auch bietet: Diarium.

Und die sieht top aus und kostet einmalig 9,90 €. Besser geht es ja nicht – nur funktioniert mein Google Pay nicht… tja, ist eben dumm.

Immer tiefere Gräben?

Es ist erstaunlich, wie die westlichen Gesellschaften sich im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte zu einer immer heftigeren Zweiteilung verändert haben.

Gewisse Themen entwickeln eine vorher nicht gekannte Spaltungskraft, ziehen das Interesse breiter Schichten magisch an und führen zu leidenschaftlichen, beinharten Diskussionen, die von einer friedlichen, toleranten Auseinandersetzung weltenweit entfernt sind.

Die eigene emotionale Vereinnahmung geht so weit, daß man Vertreter der Gegenmeinung nicht mehr ertragen kann, daß sich regelrecht Haßgefühle entwickeln, daß Freundschaften und Beziehungen zerbrechen, Familienfeiern gesprengt werden.

Beispiele für solche Themen sind

  • Masseneinwanderung/offene Grenzen
  • Pro/Contra Donald Trump
  • Bewertung des SARS-Cov2-Virus

Man könnte sicher noch mehr finden. Bei allen diesen Themen ist eine zivilisierte Diskussion anhand von Fakten nicht möglich. Selbst unter harmonisch verbundenen Familienangehörigen kommt es schnell zu krassen Aggressionen, die nur durch absolute Themenvermeidung behoben oder umgangen werden können.

Woran liegt das? Woher diese Leidenschaft?

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Wie sich das Leben ändern kann

Als ich zuletzt in diesem Blog aktiv war, hatte ich eine akute Manie.

Der nachfolgende ewig lange Absturz inklusive zweier Klinikaufenthalte hinterließ gewaltige Spuren. Mein Selbstbild, meine Identität haben sich verändert. Kein Selbstvertrauen mehr, dafür Scham über all‘ die verrückten Dinge, die ich geredet und angestellt hatte.

Es war eine Illusion, die Manie beherrschen zu können. Ich war definitiv außer Kontrolle und habe Menschen um mich herum grausam und bar jeder Realität behandelt, bedrängt und verurteilt. Nichts von dem,was ich wollte und was ich mir einbildete, war sinnvoll und real…eben typisch Manie.

Nachdem ich die schlimmsten Depressionen hinter mir hatte, hoffte ich, mir eine Rückkehr ins Leben erkämpfen zu können. Aber es lief nicht so wie ich es mir wünschte. Tiefe Ängste entwickelten sich, körperliche Symptome wie Verkrampfung und Schwindel wurden zur Regel. Mich zu irgendetwas zu motivieren war unglaublich schwer. Zudem fand ich noch nicht einmal Dinge, die ich tun könnte, ich traute mir ja überhaupt nichts mehr zu, konnte tatsächlich nicht mehr denken, nicht mehr lernen, mir auch nichts merken.

Auch war ich nicht mehr belastbar.

Von Berufstätigkeit konnte keine Rede sein. Erst einmal mußte ich mich wieder aufbauen. Gartenarbeit, Holz sägen, anderen bei ihren Projekten helfen, radfahren. Vielleicht würde ich wieder lernen zu leben…

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Librivox Projekt „Der Büttnerbauer“

Als ich in den Jahren 2017 und 2018 das Vergnügen hatte, die Romantik eines LKW-Fahrers zu erleben (ich fuhr für TNT Pakete von Chemnitz nach Hannover, Nürnberg, Nossen und Wiesbaden), mußte ich mir überlegen, wie ich meine „Freizeit“ am Lenkrad des (nahezu) selbstfahrenden Wagens verbringen wollte.

Da diese Tätigkeit zwischen 21.00 Uhr und morgens 7.00 Uhr stattfand, war es kaum möglich, zu telefonieren. Auch TV schauen konnte man nur eingeschränkt (*gg*) – jaaa, man KONNTE es….;-) aber besser war, dies nicht zu tun.

Also lud ich mir jede Menge Hörspiele aus dem Netz aufs Handy. Es war ein ganz eigenes Ding, mitten in der Nacht sehr ordentlich dramatisierte Krimis anzuhören und sich wohlig in der Fahrerkabine zu räkeln! Auch Podcasts hatte ich eine große Menge, auch diese brachten mir die Welt in mein Fahrerhaus.

Zusätzlich fand ich dann auch die „Librivox“ – Bibliothek für Audiofiles, die jedem kostenlos zur Verfügung steht, weil gemeinfreie Werke von freiwilligen Sprechern dort downloadbar sind. Es war sehr angenehm, in die verschiedenen Stimmen, Dialekte, Texte und Szenarien einzutauchen – gerade die traditionellen Weihnachtsserien bei Librivox waren im Advent eine große Freude für mich!

Nun habe ich ganz plötzlich realisiert, daß es mir ja freisteht, selbst solche Projekte zu starten. Allerdings hatte ich keinesfalls Librivox dabei im Sinn, sondern nur meinen alten Onkel, der mir erzählte, daß er gerne mehr lesen würde, aber nach 30 min schon keine Kraft mehr dazu hat. Also beschloß ich, ihm „Kreig und Frieden“ von Tolstoi (eines der besten literarischen Werke überhaupt) als MP3 einzulesen. Das machte einen riesigen Spaß!

Es war dann reiner Zufall, daß Librivox wieder ins Blickfeld kam. Und mit kurzem schnellen Entschluß meldete ich mich an, lud meine one-minute-show hoch, und nun warte ich auf das approval für mein „heißes“ Einsteigen in dieses segensreiche soziale Werk! (Link zum Projekt.)

Ich hoffe, daß nichts Schlimmes dazwischenkommt, sondern daß ich in stetigem Strom ein Kapitel nach dem anderen lesen und hochladen kann – eine geniale Entspannungsmethode am späten Abend…besser als Rotwein 😉

Ds Buch heißt „Der Büttnerbauer“ und wurde vom Schriftsteller Wilhelm von Polenz geschrieben. Dieser lebte von 1861 bis 1903 (knappe 44 Jahre) und verfaßte einige Romane im damaligen, moralisierend – betulichen wilhelminischen Stil. Dazu ist das Buch natürlich in Fraktur gedruckt, ein zusätzlicher Genuß, da diese Schrift einzigartig gelungen und durchdacht ist.

Hier noch der Einband und der Vorsatztext des Buches – inklusive Widmung meiner Großmutter, kurz vor ihrem Tod in 2011.

Vorsatzblatt mit der handschriftlichen Widmung. Charlotte Kunze war eine höchst famose Schreiberin!

Schöner alter Leineneinband, holzhaltiges vergilbtes Paier, Fadenbindung – so präsentiert sich dieses (undatierte) Exemplar des Romans.

Interieur I

Zur allgemeinen Unterhaltung und Bildung (also meiner Bildung und Unterhaltung) mache ich permanent irgendwo Fotos. Aus Bequemlichkeitsgründen tue ich das mit der schlechten, doch immerhin rechten Kamera des Handys.

Dies ist ein erster Teil einer mehrteiligen Serie – Interieur einer nicht gutbürgerlichen Wohnung, zu der ich relativ ungehinderten Zugang hatte. Die schiere Zahl der Fotoobjekte war beeindruckend. Eine Abstimmung über das gelungenste Motiv erspare ich mir und euch….einfach mal durch die Bilder schauen – es ist lustig. Und es gibt noch ne Menge mehr. Ach, und keinerlei copyright oder sowas.

Betroffene Zimmer: Wohn- und Schlaf-

Das tapfere Schneiderlein werde dann wohl ICH sein…ach ja, was waren Kinderbücher damals so schön illustriert. Werden unsere Enkel von den aktuellen Büchern ja auch wieder sagen.

Kurze Wiederbelebung

Sehr lange wurde meinem Blog absolut null Aufmerksamkeit geschenkt – wie oft las man das schon, anderswo. Es ist ja auch fraglich, wie sinnvoll es sein könnte, hierfür Zeit zu investieren.

Außer Frage steht aber, daß es Spaß macht. Allerdings nur, wenn im Leben – oder wenigstens gedanklich – etwas passiert. Da dies der Fall ist, scheine ich zumindest genug Material zu haben, um weitere Beiträge zu verfassen.

Sinnvollerweise diesmal NICHT auf Englisch, da es ziemlich grausig ist von der Qualität her, da ich außerdem lieber mehr Authentizität rüberbringen möchte und mich nicht als „weltläufigen Smart-Guy“ (da ist es wieder!) verkaufen möchte, der ich nicht bin. Insofern, schau’n wir mal, dann seh‘ mer schon.