Nahaufnahmen des Stadtlebens

Heute ist es mir gelungen, mal in Ruhe und auch fast alleine durch die Umgebung zu laufen. Beim langsamen Schlendern kann ich dann das tägliche Leben der Leute wirklich einmal besser beobachten und nachvollziehen.

Viele Menschen beobachten und ebenfalls, manche nehmen keine Notiz, manche verdrehen aber auch den Hals, um uns nachzustarren. Und manche fragen neugierig, wo wir herkommen. Die Vermutung ist per se „USA“.

Es ist drückend und schwül bei 34° aber es geht dir auszuhalten. Das Schweißtuch ist in der Tasche bereitzuhalten.

Hier ist die kleine Tour für euch.

Nagelneuer und top gepflegter Tempel für zwei Göttinnen

Auf dem Schild über dem Eingang steht in Hindi: „माँ कैला देवी मंदिर“ (Mā̃ Kailā Devī Mandir). Das bedeutet „Tempel der Mutter Kaila Devi“.
Kaila Devi ist eine hinduistische Göttin, die als Erscheinungsform der Göttin Durga beziehungsweise als Schutzgöttin verehrt wird. Die beiden Figuren im Inneren stellen vermutlich die verehrten Göttinnen dar.

Matthias quatscht mit Vorliebe Leute an und freut sich über deren Interesse
Die nächstliegende Grundschule und Mittelschule AIS. Schulen werben auf Straßendisplays um Schüler
Jede Abnahmestelle hat außen liegende Zähler, in diesem Falle sind es aber Zähler für den Solarstrom

Ich habe erfahren, daß die Stadtverwaltung den Aufbau einer Solaranlage auf dem Dach mit 50% der Investitionssumme fördert. Der Strom dient dem Eigenverbrauch, aber Überschuss kann ins Netz eingespeist werden. Das wäre ökonomisch gesehen ok.

Arztpraxis von drei Ärzten. Solche Praxen gibt es in großer Zahl entlang der Straßen.

Entsprechend gibt es kaum oder keine Wartezeiten, und die Kosten sind ganz gering für allgemeinärztliche Sachen. Hospitals aller Fachgebiete haben wir entlang der Metro (Hochbahn) recht viele gesehen – alle haben ihr Spezialgebiet: von Kardio über Chirurgie, Nieren etc bis sehr viel Schönheitschirurgie und IVF Kliniken.

Baustelle für ein normales Mittelklasse Stadthaus.
Straßenkreuzung – überall sind Karrees, die als „society“ bezeichnet werden, mit kleinen Nebenstraßen unterteilt und mit Toren abgesichert
Blick in einen Schulhof mit Nachmittagsbetreuung (Spiel = Plumpsack)
Tempelreinigung (die gleichen Göttinnen wie im ersten Tempel)
Seitenfront des Tempels, eine große Halle
Eine „neighbourhood“ oder „society“
Blick aus unserem Treppenhaus nach unten zur Straßenmauer – es wird viel Futter für Vögel oder Hunde ausgelegt

Ich denke, man kann hier vieles sehen, was das alltägliche Leben so ausmacht. Zum Schluss haben wir drei zehjährife Schüler getroffen. Die konnten prima Englisch und haben sich sehr wohlerzogen mit uns unterhalten. Einer von ihnen hat direkt den Preis einer Kugel Eis in die € Währung umgerechnet. Sehr gebildet!

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